Von John F. Kennedy über den Senat Deutschland zum Senat International

Autor: Honorargeneralkonsul Dieter Härthe


Mein Schlüsselerlebnis datiert ziemlich

genau 60 Jahre zurück. Es war am 20. Januar 1961, als John F. Kennedy in seiner Antrittsrede als 35. Präsident der USA diesen legendären Ausspruch tätigte, einen Spruch, der seither vielfach zitiert wurde und nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat: "Frage nicht, was dein Land für dich tun kann – frage, was du für dein Land tun kannst."

Diese Worte waren für mich die Initialzündung für die Gründung des Senats der Wirtschaft. Eine Innovation im Bereich der Verbände und Denkfabriken. Keine neue Lobby-Organisation, sondern eine dem Gemeinwohl verpflichtete Denkfabrik und Wertegemeinschaft. – ganz im Sinne Kennedys.

Unzählige Verbände vertreten die Interessen der Wirtschaft in Berlin und in Brüssel, schauen, was Deutschland und Europa für die Wirtschaft tun können. Aber es geht auch umgekehrt: Was kann die Wirtschaft und die Wissenschaft für Deutschland, für Europa tun? Der Senat wirkt mit der Kompetenz seiner Mitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aktiv mit, Lösungsvorschläge im Interesse des Gemeinwohls für Zukunftsfragen unseres Landes, Europas und der Welt auszuarbeiten. Im persönlichen Dialog mit Parlamentariern und Mitgliedern der Regierungen fließen die Impulse des Senates in die Entscheidungen der Politik ein.

2006 wurde der Senat of Economy International mit Sitz in Wien und New York, 2015 der Senate of Economy Europe gegründet. Ziel des europäischen Senates ist es nicht, eine weitere Organisation zu sein, die sich für die Interessen der Wirtschaft auf europäischer Ebene einsetzt. Die Vision des Senate of Economy Europe ist vielmehr, gerade jetzt im kriselnden Umfeld etwas für Europa zu tun. Es gehört zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmern, die europäische Integration voranzubringen. Der Senate of Economy Europe will eine Stimme für ein politisch geeintes und wirtschaftlich starkes Europa sein. Der Senat der Wirtschaft versteht sich als "Think & Do Tank" – mit Repräsentanten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft stellen.


Nicht, um partikulare Interessen zu verfolgen, sondern um – was für ein altmodisches Wort! – dem Gemeinwohl zu dienen, die Ärmel hochzukrempeln und die anstehenden Aufgaben anzupacken. Aus dieser Motivation heraus gründete ich 1975 den Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), den ich 27 Jahre leitete.

2007 etablierte ich den Senat in Österreich und 2009 den Senat der Wirtschaft in Deutschland. Mit Mitgliedern aus allen Bereichen der der Gesellschaft, als eine Art ehrenamtliches Parlament.

Ich freue mich darüber, dass ich Initiator eine Bewegung sein durfte, die sich bewährt, in Deutschland wie in Europa. Denn die Idee greift um sich. Senate bestehen bereits in mehreren Ländern Europas. Mitglieder in der Mehrzahl der europäischen Länder. Weitere Senatsgründungen sind in Vorbereitung. Auch in den USA konnte unter unserer Mitwirkung der Senat of Economy USA gegründet werden. Dort sieht der Senat USA gerade jetzt, nach der Präsidentschaftswahl, gute Chancen, im Interesse des Gemeinwohls zu agieren.

Der Senat of Economy International ist derzeit im Akkreditierungsprozess bei der UN und wird dort, als Nichtregierungsorganisation, Impulse zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen einbringen.

Für mich persönlich ist jetzt Zeit für eine Zäsur. Ich werde dem Senat der Wirtschaft Deutschland die nächsten Jahre als Ehrenvorsitzender zur Verfügung stehen. Gleichzeitig werde ich als Vorstandsvorsitzender des Senate of Economy International, mit meinem Vorstandskollegen Dr. Walter Döring, zugleich als Vorsitzender des europäischen Senates, mitwirken Senatsinitiativen in anderen Ländern anzuregen und diese zu unterstützen. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in den Gremien des europäischen und internationalen Senates. Darauf freue ich mich.


Denn an meiner Bewunderung für das Kennedy-Zitat hat sich nichts geändert.

Dieter Härthe

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