EUROPA MUSS DEN "ZIPFEL DES MANTELS DER GESCHICHTE" ERGREIFEN
Den beiden deutschen Staatsmännern Otto von Bismarck und Helmut Kohl wird nachgesagt, in entscheidenden Momenten ihrer jeweiligen Regierungszeiten nach dem "Zipfel des Mantels der Geschichte" gegriffen zu haben. Bismarck bei der Reichsgründung, Kohl bei der Wiedervereinigung Deutschlands; hieß und heißt: Ein wahrer "Staatsmann muss die Zeichen der Zeit und günstige historische Gelegenheiten erkennen und im rechten Moment handeln, bevor die Chance vorüberzieht."
Eine solche "historische Gelegenheit" ergibt sich gerade für die Europäische Union mit Blick auf die beiderseits gewünschte Annäherung Kanadas an die EU. Kanada in - wie sein Premier Mark Carney vorschlug - "neuer Allianz mit der EU" kann ein Signal sein für weitere enge Kooperationen Europas mit noch mehr Ländern außerhalb der EU, die die Werte der Europäischen Union und Kanadas teilen und im engen Schulterschluss weniger ein Gegen- als vielmehr ein Eigengewicht im Konzert der Großen China, Russland, USA und Indien spielen wollen; zu denken ist in diesem Zusammenhang an Japan, Südkorea, Australien, Neuseeland und natürlich Großbritannien.
Carney führte in Brüssel u. a. aus: "Wir streben nach Widerstandsfähigkeit, damit niemand unsere offenen Märkte kontrollieren, unsere Souveränität beeinträchtigen, unsere territoriale Integrität bedrohen oder unsere Freiheiten, unsere Demokratien und unsere Rechtsstaatlichkeit untergraben kann."
Der Senate of Economy Europe setzt darauf, dass Brüssel Ende Oktober in Montreal auf dem EU-Kanada-Gipfel die ausgestreckte Hand Mark Carneys ergreift und mit ihm gemeinsam mutig vorangeht, um am Ende ein weltumspannendes Netzwerk demokratischer Staaten zu errichten.





Kommentare