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Senate of Economy Europe gegen "Remigrations-Phantasierereien"

Bei einem "Geheimtreffen" von "rechten Kreisen" sind Pläne zur "Remigration" beraten worden sein sollen. 


Die dadurch entfachte Diskussion rund um den Begriff "Remigration" macht es dringend notwendig, sich damit zu befassen bzw. darzustellen, was dies - die Ausweisung von Millionen hier lebenden und arbeitenden Menschen raus aus Deutschland - für unser Land bedeuten würde.


Millionen Ausländer und selbst auch Deutsche mit "Migrationshintergrund" sollen Anhängern von "Remigration" zufolge ausgewiesen, "zurückgeschickt" werden.

Wer mit solchen Vorschlägen vorgibt, Deutschland zu helfen, die Interessen Deutschlands mit "Remigration" zu vertreten, liegt völlig daneben, kennt die Fakten nicht und würde bei Umsetzung solcher Phantastereien Deutschland und damit auch Europa als Ganzes allergrößten Schaden zufügen.


Jeder siebte Arzt in Deutschland verfügt nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft. In mittlerweile Dutzenden von Kommunen gibt es keinen Arzt mehr, leiden die Einwohnerinnen und Einwohner unter dem Ärztemangel. Im März 2023 waren 4800 Hausarztsitze unbesetzt.


Zur Lage bis 2030, also im Grunde "bis übermorgen", aktuell eine Ärztin Im "Quarterly" der FAZ, Ausgabe Januar 24: "Nach Prognosen fehlen bis 2030 in Deutschland fast 200 000 Ärzte und über eine Million Angestellte im Gesundheitswesen insgesamt. 40 Prozent aller Landkreise werden dann unterversorgt sein.


Zu uns hier im Landkreis eine Meldung von SWR aktuell am 14.1.23: "Seit Ende des vergangenen Jahres gibt es keineHausarztpraxis mehr im oberen Bühlertal".

In Kliniken müssen Operationen wegen fehlenden Personals auf die lange Bank geschoben werden; zulasten von Patienten.


In den Pflegeberufen sind 14 Prozent der Sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Ausländer.

Der gesamte Gesundheits- und Pflegebereich würde bei einer wie auch immer gearteten "Remigration" zusammenbrechen.

Jan Schweitzer stellte in der ZEIT vom 18.1.24 fest, dass es 1991 440 Abteilungen für Kinder- und Jugendmedizin gab und es 2020 mehr als 100 weniger waren: 334. Grund: Gravierender Personalmangel.

Da Deutschland, jedes Land in Europa, auf internationale Geschäftsverbindungen und Exporte angewiesen ist, arbeiten z. B. in 88 Prozent der DAX-Vorstände auch ausländische Spitzenkräfte.


Max-Planck-Präsident Patrick Kramer hat jüngst in der FAZ die "Remigrations-Diskussion" als "erschreckenden Tiefpunkt einer unsäglichen Debatte" bezeichnet und ausgeführt, dass in seiner Forschungsorganisation "mehr als 24 000 Beschäftigte aus 127 Ländern kommen. Bei uns in der Max-Planck-Gesellschaft arbeiten Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher aus Südkorea, Japan, Indien, Pakistan, Iran und Niger. Auch drei Nobelpreisträger der Jahre 2020 bis 2022 kamen aus dem Ausland und forschen seit Jahren bei uns in Deutschland." Zahl. der Promovierenden 60, Zahl der Postdocs 80 Prozent bei Max-Planck! Und Cramer weiter: 


Endlich melden sich auch "Wirtschaftskapitäne" zu Wort: Infineon-Chef Jochen Hanebeck verurteilt laut Süddeutscher Zeitung vom 17.1.24  "jedes Gerede von "Remigration" als menschenverachtend". Ganz ähnlich äußerten sich hochrangige Vertreter von SAP, Mercedes-Benz, Bosch, Porsche, Daimler-Truck sowie die Chefin von Trumpf, Nicola Leibinger-Kammüller und BDI-Präsident Siegfried Russwurm.

Europa lebt von Weltoffenheit und internationalem Austausch - in der Wirtschaft, in der Kultur, im Sport; kurz: vom Gegenteil von Abschottung oder gar "Remigration".

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